Neue Läuteordnung

Hörst du die Glocken?
Seit dem Ersten Advent läuten die Glocken der Martinskirche anders. KMD Stephen Blaich berichtete über die neue Läuteordnung. Daraufhin erreichten ihn viele Fragen rund ums Thema Glocken. Ihre Fragen beantwortet er in zwei kurzen Videos. Sehen Sie hier!

Video Teil 1

Video Teil 2

 

Die neue Läuteordnung der Martinskirche

Den aufmerksamen Anwohnern in Hörweite der Martinskirchenglocken ist es wahrscheinlich schon aufgefallen, dass beim Glockenläuten Veränderungen stattgefunden haben.
Wann im Laufe der Woche und über den Tag verteilt geläutet wird, und welche der Glocken der Martinskirche einzeln oder zusammen erklingen, ist in der sogenannten Läuteordnung festgeschrieben.
Diese Läuteordnung orientiert sich an landeskirchlichen Empfehlungen, berücksichtigt aber auch regionale und örtliche Traditionen.
Die Martinskirche besitzt fünf Glocken, die in fünf unterschiedliche Töne gestimmt sind. Die älteste stammt aus dem Jahre 1514, alle anderen wurden 1949 als Ersatz für die im Jahre 1939 zur Materialgewinnung für die Rüstungsindustrie eingesammelten Glocken beschafft. In der bisherigen Ordnung des Glockenläutens hatten sich im Laufe vieler Jahre etliche Unstimmigkeiten eingeschlichen, weshalb sich der Kirchengemeinderat bereits seit einiger Zeit mit einer Neufassung der Läuteordnung beschäftigt hat.
Nach ausgiebiger Beratung durch den landeskirchlichen Glockensachverständigen, Herrn Claus Huber, hat der Kirchengemeinderat nun eine neue Läuteordnung beschlossen, die sich derzeit in der Testphase befindet und am ersten Advent zum Beginn des neuen Kirchenjahrs in Kraft tritt.
Die wichtigsten Änderungen betreffen zum einen eine klarere Zuordnung der Glocken zu bestimmten
Aufgaben. Zum Beispiel ist der Einsatz der größten Glocke, die mit dem tiefsten Ton erklingt, künftig hauptsächlich auf das Läuten beim Sonntagsgottesdienst beschränkt, bislang war sie mehrmals am Tag zu hören. Das bisherige Betläuten an Werktagen um 16 Uhr entfällt zukünftig zugunsten des Läutens als Erinnerung an die Sterbestunde Jesu um 15 Uhr.
Das seitherige Läuten um 18 Uhr zum Abendgebet wird verlegt auf 19 Uhr, damit es vor allem in der
Sommerzeit nicht schon mitten am Nachmittag zum Abendgebet läutet. Da jede Glocke auf einen anderen Ton gestimmt ist, ergeben sich mit fünf Glocken auch eine Vielzahl von musikalischen Motiven, die sich meist auf den Anfang eines geistlichen Liedes beziehen. Daher wurde zum anderen das Zusammenläuten mehrerer Glocken aus musikalischer Sicht neu sortiert und stärker variiert als bisher. In der neuen Läuteordnung finden Anfangsmotive des »Gloria in excelsis Deo« – Ehre sei Gott in der Höhe – oder »Te Deum laudamus« – Großer Gott, wir loben dich – ebenso Verwendung wie Motive mit heiterem Dur- oder eher ernstem Mollcharakter. Letzteres zum Beispiel bei Beerdigungen.
Dies sind nur ein paar Beispiele vieler kleinerer und größerer Änderungen in der Ordnung des
Glockenläutens an der Martinskirche. Wir laden herzlich zum aufmerksamen Hinhören und Entdecken
neuer Klänge vom Kirchturm der Martinskirche ein!

KMD Stephen Blaich