Neuer Pfarrer an der Friedenskirche

Liebe Metzingerinnen und Metzinger, liebe Gemeindemitglieder,

das hatten wir uns ganz anders vorgestellt unseren Start in Metzingen. Während ich diesen Artikel für den Gemeindebrief schreibe, befinden wir uns am Ende der ersten Woche mit Kontaktverbot wegen Corona. Wir hatten uns längst Gedanken gemacht über den Investiturgottesdienst und den Beginn in der Gemeinde. Und nun haben sich diese Pläne, wie so viele andere bei uns allen, einfach in Luft aufgelöst. Wie soll unter diesen Umständen ein Start in Metzingen gestaltet werden und gelingen?

Und dann die Einsicht, wie so oft in den letzten Tagen: Es ist wie es ist. Niemand von uns wollte das so. Niemand kann etwas dafür. Akzeptieren wir die Situation und machen wir das Beste daraus.

Das versuchen wir gegenwärtig noch in Reichenbach, wo auch die Abschiedssituation von Corona überschattet oder oft unmöglich gemacht wird. Aber wir lernen gerade auch neue Kommunikationswege zu gebrauchen, Online-Gottesdienste zu gestalten und zu feiern und auch unter diesen Umständen, miteinander verbunden zu bleiben. Und die "Jungen" helfen uns "Alten" dabei und freuen sich, dass wir nun endlich auch so richtig im digitalen Zeitalter ankommen.

Mittlerweile, wenn Sie diesen Artikel lesen, werden wir mit den neuen Wegen einige Erfahrungen gemacht haben und uns hoffentlich schon etwas sicherer auf diesen Pfaden bewegen. Das hilft uns dann bestimmt auch in Metzingen anzukommen, bei Ihnen, in der Gemeinde, in der Stadt...

Gerne nutze ich diesen Artikel um uns kurz vorzustellen:

Ich bin 55 Jahre alt und seit mittlerweile 28 Jahren mit meiner Frau Christa verheiratet, die als Krankenschwester bei der Diakoniestation in Reichenbach gearbeitet hat. Ich bin sehr dankbar, sie an meiner Seite zu wissen. Uns wurden drei Söhne geschenkt: Daniel (24), Samuel (22) und Jonathan (19). Durch die augenblickliche Situation werden Daniel und Jonathan noch für einige Zeit im Pfarrhaus mit einziehen.

Wir freuen uns darauf, nun den Menschen in Metzingen zu begegnen, miteinander das Gemeindeleben in der Friedenskirche zu gestalten und auf neue Freundschaften. Wir vertrauen darauf, dass Gott einen guten Weg mit uns und der Gemeinde hat. So viele ermutigende Zeichen dafür gab es schon in den vergangenen Monaten von der Bewerbung bis zum Ankommen hier. Wir sind dankbar für das schöne und gründlich sanierte Pfarrhaus, in das wir einziehen dürfen.

"Worauf freuen Sie sich, wenn Sie nach Metzigen kommen?" "Was werden Ihre Schwerpunkte sein?" So werde ich in diesen Tagen immer wieder gefragt.

Mir ist es ein großes Anliegen, Brücken zu bauen zwischen den Menschen und zwischen uns und Gott. Ich möchte Menschen entgegenkommen und mit ihnen geistliche Wege gehen. Besonders liegt mir hier die Situation im Neugreuth am Herzen. Auch nach dem Verlust des Gemeindezentrums soll Kirche und will Gott den Menschen dort nahe sein.

Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit dem Kirchengemeinderat, mit Kollegen und Kollegin. Wir freuen uns auf alle Begegnungen und auf eine lebendige und innovative Gemeinde. Wir freuen uns darauf, zusammen mit Ihnen und in Ergänzung und Kooperation mit der Martinskirchengemeinde, die Spuren Gottes zu entdecken. Diesen Spuren wollen wir folgen und beschenkt und geführt von ihm, Gemeinde "bauen". Letztlich soll es dabei aber nicht um uns als Einzelne und auch nicht um uns als Gemeinde gehen. Was uns leitet, ist das was Jesus uns beten lehrt: "Vater unser im Himmel, ... dein Reich komme, dein Wille geschehe."

Wie wichtig ist dieses Gebet und dieser Fokus gerade auch in den Zeiten, durch die wir jetzt gehen. Es hat sich vieles dramatisch verändert. Viele Menschen sind aus den gewohnten Bahnen gerissen. Manche haben mit großen Herausforderungen zu kämpfen. In all dem will Gott sie nicht allein lassen, sondern ihnen gerade jetzt begegnen. Und ich bin überzeugt, dazu will er auch uns gebrauchen mit unseren Gaben, jeden und jede an seinem und ihren Platz, dabei oft genug an unsere Grenzen kommend aber immer auch spürend, wir sind nicht allein. Und über allem steht die Verheißung: "Gott hat uns nicht den Geist der Furcht gegeben, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit." 2. Timotheus 1,7

In diesem Geist wollen wir zusammen mit Ihnen und Euch in Metzingen unterwegs sein. Und wie gesagt: Wir freuen uns auf jede Begegnung, auch wenn es zurzeit vielleicht nur digital möglich ist.

Seien sie gesegnet, behütet und Gott befohlen,

Ihre, Siegfried und Christa Häußler mit Daniel, Samuel und Jonathan.